Nebeleiche

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Betrug

Was is nur los mit mir?
Ich hab so vieles vergessen..
Vergessen wie sich dieses unbeschreibliche Gefühl von unantastbaren Geborgenheit anfühlt..
Meine Hände, zum Glück, sind verschrumpelte, kleine Knochenstümpfe die sich in die Höhe recken, aber nicht mal die unverpestete Luft berühen können..
Das reine Gold, wie Samt, durch die Finger gleiten lassen..
Rauschgefühl ist meine neu erlangte Geborgenheit..
Durch verendente Welten wandelt meine kalte Hülle..
Trägt die Kleidung des "Anders-sein-wollens",
erfüllt mit Gefühlen von Sehnsucht..
Sucht nach der Veränderung..
Der Macht, das Gefühl zu töten..
Die Veränderung die Menschen zu bemittleidensarmen Geschöpfen werden lässt..
Trauer überkommt mich immer wieder ausf Neue, während ich hinausblicke..
Ich sehe immer das Gleiche, die gleiche Szene und immer wieder alles aus der selben Perspektive...
Der alltägliche Trot..
Die sich versteifende Landschaft lächelt mich hämisch durch zwei falsche Augen an..
Sie zieht den linken Mundwinkel verpöhnend nach oben..
Zeigt mir den Wahnsinn, den Wahnsinn, den sogar schon die Natur übernommen hat..
Auch "Mutter Natur" krümmt sich vor Gräul und Schmerz..
Sollte auch sie einen Gang zum Seelenklemptner wagen..
Sich auf die Trage eines kranken Menschens legen?
Ich seh die beiden schon vor mir..
"Mutter Natur" eigentlich das strahlenste und wunderbarste Vollendete unserer Zeit, liegt fixiert durch schneidente Verbände auf der Trage gefesselt..
Das Gesicht von Schnitten geprägt, ein Arm amportiert und verdorbene offene Wunden grinsen mich an..
Da sitzt er..
Der Mensch..
Die selbsternannte Macht..
Mit Notizblock und Kugelschreiber bewaffnet..
Der Notizblock, verstrahlter Regenwald..
Der Kugelschreiber eine Miniaturatombome..
Mit Schutzanzug und Mundschutz sitzt er vor ihrem Krankenbett und untersucht die Werte..
Über den Bildschirm flimmern sie bedrohlich..
Der Rhytmus, des Herzens, zu Schwach für Liebe oder Hass..
Er zeigt nur die grausame Gleichgültigkeit..
Der Puls explodiert fast..
Langsam fressen sich kleine Löcher in den makellosen Körper der letzten Schönheit..
Die Droge ist zu viel..
Die Hülle droht zu platzen..
Reanimationen folgen..
Der Mensch beginnt zu verstehen..
Sieht die Welt vor seinen eigenen, ach so perfekten, Augen untergehen..
Krisenstäbe werden gegründet..
Während im Krankenhaus der Kampf um unsere Mutter täglich weiter geht..
Sich berate, ja, das tun wir immer und jeden Moment in unserem Leben..
Nein! Wir packen nicht selbst mit an.. Dafür sind wir uns zu fein, zu viel Wert..
Lassen die Schönheit sterben und damit mein ich nicht die schon vorher genannte, kalte unvollständige Hülle..
Nein, die Seele des unschuldigen Mitbewohners, dem Tier.
Der Gemeinschaft..
Des unerreichbaren Friedens und alles was jedem einzelnem am Herzen liegt..
Ein leiser Piepton ist das einzigste das ich nun hören kann..
Das Verstummen der Wärme..
Das Herz der Natur vollendet das Untergangsszenarium mit seinem Stillstand und es bleibt ein Tinitus..
Ein Tinitus dem kein Mensch mehr zu endfliehen vermag..
17.4.06 22:52
 


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